Mathematik? Rechnen? Dyskalkulie?

Das griechische Wort "manthanein“ liegt dem Begriff Mathematik zugrunde: Es bedeutet so viel wie "kennen lernen, erfahren“. Wenn wir Mathematik wörtlich nehmen ist soviel gemeint wie das "Kennen lernen der Welt“.

Ich gebrauche gerne den Satz: Mathematik ist das tägliche Leben. Damit das Leben auch für Menschen mit einer Rechenschwäche gut gelingt ist ein Rechentraining erforderlich, dass den Alltag ­ das "Kennen lernen der Welt“ mit einbezieht.

Rechenschwäche (Dyskalkulie) ist eine Teilleistungsschwäche, die sich zumeist schon dann herausbildet, wenn Kinder beginnen, sich mit der Mathematik zu befassen.

Teilleistungsschwäche deshalb, weil das übrige Leistungsniveau eines Kindes davon nicht automatisch betroffen ist.

Rechenschwache Kinder sind in der Regel intelligent und gesund. Allerdings kann Rechenschwäche dann zu Persönlichkeitsstörungen führen, wenn schulische Erfolge ausbleiben und Kinder sich als Versager fühlen. Seelische Behinderung und soziale Isolation können die Folge sein.

Man kann von einer Rechenschwäche (Fachausdruck: "Dyskalkulie") sprechen, wenn über einen längeren Zeitraum (ein halbes Jahr und mehr) hartnäckige Schwierigkeiten im Rechnen auftreten. Rechenschwache Schüler haben ein ungenügendes mathematisches Verständnis und sie rechnen "auf ihre Art", mit bekannten nachweisbaren Fehlertypen.

Die Schwierigkeiten zeigen sich meistens ab Ende 2. Klasse, vermehrt noch in der 3./4. Klasse. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Kinder meist gut kompensieren, z. B. indem sie ganz schnell, und von Erwachsenen oft unbemerkt, die Aufgaben an den Fingern abzählen.

Eine Dyskalkulie kann nicht allein als Persönlichkeitsmerkmal des betroffenen Kindes betrachtet werden, denn Lernen geschieht als interaktiver Prozess zwischen Schüler, Lehrer, Eltern usw.

Warum hat unser Kind diese Probleme?

Die Ursachen für die Rechenschwäche sind nicht genau bekannt. Vermutlich sind sowohl psychische als auch physische und soziale Faktoren ausschlaggebend.

Heute kommt man immer mehr davon ab, bei Schulproblemen den "Fehler" nur beim Schüler zu suchen. Lernschwierigkeiten sind keine Eigenschaften des Schülers, "sondern sie treten in ganz konkreten Situationen und unter bestimmten Bedingungen auf" (Schulz, 1999). Eine Rechenschwäche wäre oft vermeidbar, wenn die Rahmenbedingungen des Rechnen - Lernens günstiger wären.

Man kann nie von einer Ursache ausgehen: es gibt aber ungünstige Ursachenfelder, die zusammen (und sich gegenseitig verstärkend) zu einer Rechenschwäche führen können:

  • Schulisch, didaktische Umatände
  • Psychische, soziale und emotionale Faktoren
  • Organische und neurologische Ursachen

Diese drei Ursachenfelder stehen zueinander in Wechselwirkung und beeinflussen sich gegenseitig. Es müssen aber bei einer Rechenschwäche nicht alle drei Ursachenfelder beteiligt sein.

 

Was ist eine Rechenschwäche?

Dyskalkulie, Edyscalculia , eine teilweise Störung der Rechenfähigkeit; schwächere Akalkulie .

Rechnen ist eine Disziplin, die viel mit Logik zu tun hat. Man muss sich selbständig für gewisse Lösungswege entscheiden, Fehler wirken sich erbarmungslos aus. So ist es verständlich, dass die seelische Verfassung des Kindes beim Rechnen eine große Rolle spielt.

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